Solidarität mit der Roten Hilfe – jetzt!

Seit zwei Wochen ist bekannt geworden, dass Horst Seehofer, CSU-Innenminister von Deutschland, die Rote Hilfe verbieten lassen möchte. Das ist nicht das erste Mal, dass von einem Verbot der Roten Hilfe gesprochen wird. So konkret scheint es aber noch nie gewesen zu sein. Insofern ist jetzt der Moment, sich vor die Rote Hilfe zu stellen und ihr Verbot zu verhindern!

Auch wenn wir als ABC Jena eine deutliche Kritik an der Roten Hilfe vertreten, schließen wir uns aus folgenden Gründen der Solidaritätsbewegung ab. Nach dem Verbot von linksunten.indymedia.org droht das Rote-Hilfe-Verbot zu einer weiteren Etappe einer staatlichen Kampagne gegen die linke Bewegung zu werden – weitere Verbote sind nicht unwahrscheinlich. Darüber hinaus soll das Verbot der linken Bewegung etwas ganz Grundsätzliches nehmen: die Fähigkeit, sich gegen Anzeigen, Verfahren, Razzien, Inhaftierungen und Verurteilungen zu wehren.

Das angekündigte Verbot macht zwei Dinge notwendig: (1) eine möglichst breite Unterstützungsbewegung über alle Spektren hinweg konkret für die Rote Hilfe und (2) aber auch strategische Überlegungen darüber, wie wir uns gegen die Repression generell aufstellen wollen. Gegen Verbote und Verfolgung ist es sinnvoll, neben einer zentralisierten Organisation auch lokale Organisationen wie das ABC und andere aufzubauen.

Wir solidarisieren uns also öffentlich mit der Roten Hilfe und rufen dazu auf:

  • dass sich weitere Gruppen und Organisationen öffentlich zur Roten Hilfe bekennen
  • eine eigene Informationskampagne gegen die staatliche Propaganda zu starten
  • neben der RH lokale und autonome Antirepressionsorganisationen aufzubauen

Schwarzkreuz Jena Jena,

11. Dezember 2018

Bericht von der 12. Anarchistischen Buchmesse des Balkans

Vom 28. bis 30. September 2018 fand in Novi Sad in Serbien die 12. Anarchistische Buchmesse des Balkans statt. Wir waren bei der Buchmesse mit einem Stand zugegen und haben die Gelegenheit genutzt, an den Veranstaltungen teilzunehmen und mit Genoss*innen aus verschiedenen Ländern zu sprechen. Im folgenden wollen wir von der Anarchistische Buchmesse des Balkans allgemein, der Stadt Novi Sad und von der diesjährigen Buchmesse berichten und die deutsche Übersetzung des Statements der Buchmesse anhängen.

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Schreibt den Charmanli 21! Freiheit für alle Flüchtlinge!

Am 7. August 2018 hat der Prozess der Charmanli 21 begonnen. Sie sollen nun für den Aufstand der Flüchtlinge im Lager von Charmanli vom November 2016 verantwortlich gemacht werden. 11 der 21 Flüchtlinge sind nicht auffindbar und ihnen wird in Abwesenheit der Prozess gemacht. Wir haben über den Aufstand und die Sache bereits im Mai 2018 berichtet.

Am Ende des Prozesstages vom 7. August haben vier Personen mit einem Transparent und Parolen den Angeklagten gezeigt, dass sie nicht vergessen sind. Weiterhin ruft die Initiative Free the Harmanli 21 dazu auf, den Angeklagten Briefe zu schicken. Sie empfiehlt, den Text auf Englisch zu formulieren, mit einem Übersetzungsprogramm nach Farsi und Pasthu zu übersetzen und dann die drei Textversionen jeweils an alle 10 festgehaltenen Angeklagten zu schicken.

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Sondereinheit greift anarchistisches Camp in Weißrussland an

Am 30. Juni haben schwerbewaffnete Sondereinheiten der weißrussischen Polizei 20 Anarchist_innen beim Campen im Wald angegriffen. Sie schossen in die Luft, zwangen alle mit gezogenen Waffen auf den Boden, hielten sie sieben Stunden im Regen fest, durchsuchten und verprügelten sie dabei. Am Ende beschlagnahmten die Bullen alle Infomaterialien und zogen ab. Die Anarchist_innen wurden anschließend wegen illegaler Waldnutznug und Verbreitung extremistischer Inhalte angezeigt.

Die deutsche Übersetzung des ausführlichen Berichts des ABC Belarus findet sich auf der Seite des ABC Dresden.

Als ABC Jena erklären wir unsere Solidarität mit den misshandelten und strafverolgten Genoss_innen in Weißrussland. Wer sie finanziell und politisch mitunterstützen möchte, kann sich gerne bei uns melden.

Nieder mit der Lukaschenko-Diktatur!

Das Vaterland verraten!

Nationalistische Mobilisierung und antinationale Bewegung in Griechenland während des Makedonien-Konflikts 2018

Im Januar 2018 ist der Streit zwischen Griechenland und Makedonien um die Bezeichnung des makedonischen Staats wieder eskaliert. Während der Ministerpräsident der griechischen Regierung von Syriza-ANEL, Alexis Tsipras, sich um einen Kompromiss mit der makedonischen Regierung des Sozialdemokraten Zoran Zaev bemühte, mobilisierte das rechte politische Lager in Griechenland zu Massenprotesten, in deren Rahmen es zu faschistischen Angriffen auf besetzte Häuser kam. Dabei haben Faschisten in Thessaloniki das besetzte Haus Libertatia vollständig abgefackelt. Mitte Juni kam es zu einer Kompromisslösung. Die offizielle Bezeichnung des makedonischen Staats lautet nun Severna Makedonija bzw. Nordmakedonien. Im folgenden Text beschäftigen wir uns noch einmal mit den Hintergründen des zwischenstaatlichen Konflikts und den beteiligten politischen Akteuren, wir versuchen, eine Einschätzung der Einigung zu geben und letztlich die antinationale Kampagne der anarchistischen Bewegung in Griechenland darzustellen.1

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AKAB Okretnica – neues soziales Zentrum in Belgrad

Seit März besteht in Belgrad ein neues soziales Zentrum, das AKAB Okretnica. Wer sich dafür interessiert, kann sich auf folgenen Kanälen informieren bzw. Kontakt aufbauen:

Mail: akab_okretnica@riseup.net

facebook: https://www.facebook.com/AKABOkretnica/

Blog: https://okretnica.noblogs.org/

Wir haben mit den Genoss_innen vom Okretnica ein Interview gemacht, in welchem sie ihren Raum vorstellen.

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Solidaritätswochen für die aufständischen Migrant_innen von Charmanli

Anfang Juni 2018 geht in Bulgarien der Prozess gegen 21 afghanische Flüchtlinge weiter, die im November 2016 nach einem blutig niedergeschlagenen Aufstand im Lager von Charmanli herausgegriffen und zum Sündenbock gemacht wurden. Der Prozess ist nur ein weiteres Glied in der Kette rassistischer Gewalt gegen Flüchtlinge in Bulgarien sowie in der Kette politischer Massenprozesse gegen Migrant_innen im Balkan. Die Antifa Bulgarien ruft ab Ende Mai zu Solidaritätsaktionen auf – wir schließen uns dem Aufruf an!

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Sofioter Soziales Zentrum „Fabrika Avtonomija“ sammelt Geld für neuen Raum

Im Frühsommer 2017, also vor einem Jahr, wurde in Sofia in der Nähe des „Luwoff Most“ das soziale Zentrum „Fabrika Avtonomija“ eröffnet. Es ist ein selbstorganisiertes und partei- wie NGO-unabhängiges Zentrum mit klarer antiautoritärerer und feministischer Ausrichtung.

In diesem Jahr haben in der Fabrika verschiedene Gruppen und Veranstaltungen Raum gefunden: die feministische Veranstaltungsreihe „KEF“, die radikal-queere Gruppe „Queer Sqad“ und Veranstaltungen wie der „Big Gay Community Ball“, Sprachkurse für Bulgarisch, Spanisch und andere Sprachen, gegenkulturelle Konzerte, internationalistische Solidaritätsveranstaltungen, anarchistische Veranstaltungen usw.

Die Fabrika ist außerdem mit wichtigen Bewegungsprojekten wie dem „Autonomen Arbeiter_innensyndikat“ (ARS), „Food not Bombs“ und der „Bulgarischen Gefangenen-Assoziation“ befreundet.

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Vortrag am 1. Juni in Jena: Solidarität ist unsere Waffe! – free Sven

Die Jenaer Ortsgruppe der tierbefreier veranstaltet am 1. Juni, um 18 Uhr, im FAU-Lokal in der Bachstraße 22 in Jena eine Veranstaltung über die Verurteilung der Tierrechtsaktivist_innen Natasha und Sven aus Holland. Wir unterstützen die Veranstaltung und laden ebenfalls dazu ein!

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Nach dem staatlichen Pogrom in Ellwangen: Jetzt Solidarität mit den Flüchtlingen!

In der Nacht zum 2. Mai 2018 konnten 150 Flüchtlinge im baden-württembergischen Ellwangen eine Abschiebung verhindern. Als die Polizei um 2:30 Uhr in der Nacht mit einer Streife einen Togolesen verschleppen und abschieben wollte, taten sich 150 von 500 Bewohner_innen des Lagers zusammen und machten den Einsatz unmöglich. Die Polizei musste unverichteter Dinge abziehen.

Am Tag darauf hat die Polizei mit einem unglaublichen Aufgebot einen Großeinsatz gemacht, das Lager gestürmt und dabei offensichtlich mehrere Menschen verletzt. Einige Flüchtlige sind aus den Fenstern gesprungen. In einem Spiegel-Artikel vom 3. Mai heißt es:

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